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Fairtrade Towns Hattingen und Dortmund: Wie viel ist genug?

Foto: Stadt Hattingen

In NRW tragen schon 131 Städte das Label „Fairtrade Town“, verliehen von der Organisation Fairtrade Deutschland. Doch wie viel fair steckt wirklich drin? Oder anders gefragt: Reicht es, wenn der Bürgermeister fairen Kaffee trinkt? Wir haben in Dortmund und in Hattingen nachgefragt.

Die Kampagne ist darauf angelegt, dass man das als Stadt auch schaffen kann“, erklärt Christoph Struß, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro für internationale Beziehungen und nachhaltige Entwicklung der Stadt Dortmund. „Es geht darum, das Thema ,fairer Handel‘ überhaupt mal in der Öffentlichkeit zu spielen und Menschen dafür zu sensibilisieren.“ Was das Engagement in diesem Bereich betrifft, ist Dortmund ein vergleichsweise alter Hase. Schon 2003 wurde die Stadt in einem bundesweiten Wettbewerb zur „Hauptstadt des Fairen Handels“ gekürt. Angeschoben durch den Wettbewerb gründeten die Beteiligten das „Dortmunder Aktionsbündnis zum Fairen Handel“, eine Initiative, bei der mittlerweile etwa 80 Vereine, Schulen und Weltläden aktiv sind. So war die Bewerbung als „Fairtrade-Town“ 2009 für Dortmund dann fast eine reine Formsache.

Insgesamt fünf Kriterien muss eine Kommune nachweisen, um sich „Fairtrade-Town“ nennen zu dürfen. Dazu zählt ein Ratsbeschluss, in dem sich die Stadt zur Unterstützung des fairen Handels bekennt. Außerdem muss sie belegen, dass es in ihren Einkaufsstraßen Einzelhändler, Restaurants und Cafés gibt, die je mindestens zwei faire Produkte verkaufen und auch, dass solche Produkte in öffentlichen Einrichtungen verwendet werden. Verpflichtend ist zudem die Bildung einer Steuerungsgruppe, die Aktivitäten vor Ort koordiniert, etwa Infoabende, über die auch die Lokalpresse berichtet. Und ja, es gibt wirklich die Auflage, dass in Sitzungen und im Bürgermeisterbüro fairer Kaffee ausgeschenkt wird.

Hattingen trägt das Label „Fairtrade-Town“ zwar erst seit 2015, ist aber trotzdem mit viel ehrenamtlichem Einsatz dabei. „Wir möchten vermitteln, dass jeder Hattinger durch den Kauf von Fairtrade-Produkten einen wirksamen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten kann“, sagt Georg Hedwig von der Steuerungsgruppe. Kürzlich hat die Gruppe zusammen mit der Stadt eine erweiterte Fassung eines Einkaufsführers herausgebracht, der die fairen Adressen in Einzelhandel und Gastronomie auflistet, aber auch informiert, welche Schulen, Kindergärten und Institutionen sich besonders engagieren. Für das Frühjahr ist eine Veranstaltung zum Thema „faires Heiraten“ geplant. „Wir haben uns bewusst dieses Thema ausgesucht, weil das eines ist, was gerade junge Leute betrifft und anspricht“, erklärt Georg Hedwig. In den Städten ist also viel in Bewegung, bis fairer Handel aber zum Maßstab und Normalfall für wirtschaftliches Handeln wird, gibt es noch viel zu tun.

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